Eines vorweg: Hunde tun nichts ohne Grund! Sie liegen nicht zufällig irgendwo herum, sie schnüffeln nicht
zufällig da oder dort, sie wenden sich nicht zufällig weg. Hunde verständigen sich untereinander durch
viele verschiedene Einzelsignale.
Dazu gehören unterschiedliche Gesichtsausdrücke, Körperhaltungen, Laute und Gerüche. Es versteht sich
eigentlich von selbst, dass es ungemein wichtig ist zu erkennen, was zwischen Ihrem Hund und Ihnen,
Ihrem Besuch oder dem anderen Hund, der zufällig auf derselben Wiese ist, eigentlich gerade abläuft.
Ihr Hund bringt seine Stimmung also mit seiner Schnauze, seinen Augen, seinen Ohren und seiner Rute,
seiner kompletten Körperhaltung zum Ausdruck – und wenn Sie die Kombination der verschiedenen
Körpersignale richtig deuten, dann können Sie in jeder Situation erkennen, was Ihr Hund Ihnen oder einem
Artgenossen gerade mitzuteilen versucht.
Trotzdem: 96 Prozent der Hundebesitzer reden mit ihrem Hund wie mit einem Menschen – und das sollte dringend geändert werden.
Der Körper des Hundes ist aufrecht, seine Muskeln sind entspannt, die Bewegungen harmonisch. Die Rute hängt bei den meisten Hunden locker nach unten, in einem Winkel von mehr als 45 Grad zur Wirbelsäule. Mimik: Die Augen blicken lebhaft und interessiert. Die Ohren werden unabhängig zur Geräuschwahrnehmung bewegt.
Körperhaltung: Sicher haben Sie schon sehr oft die Veränderungen in der Körperhaltung Ihres Hundes bemerkt, wenn er sich freut und aufgeregt ist, weil ein Spaziergang ansteht: Sein Kopf richtet sich auf und die Rute wedelt freudig erregt.
Mimik: Seine Ohren zeigen nach oben, die Augen blicken Sie neugierig an und sein Maul ist leicht geöffnet.
Lautäußerung: Der Hund hechelt, bisweilen bellt er auch vor Aufregung.
IMPONIERVERHALTEN
Zweck des Imponierverhaltens ist eine Demonstration der Überlegenheit. Dabei versucht der Hund, so
groß und so wichtig wie möglich zu erscheinen. Körperhaltung: Der Körper ist aufrecht, die Gelenke sind ganz durchgestreckt und die Muskeln sind angespannt. Sind die Nacken- und Rückenhaare gesträubt und werden
die Bewegungen immer steifer, kann die Imponierhaltung langsam in ein Drohgebaren umschlagen.
Dominanz zeigt ein Hund, wenn er in der direkten Begegnung mit einem Artgenossen diesem den Kopf auf
die Schulter legt. Wenn Sie Anzeichen solch einer riskanten Situation bemerken, dann sollten Sie äußerst wachsam sein, denn nicht jeder Hund lässt sich eine Dominanzgeste einfach so gefallen.
Mimik: Die Ohren stehen gerade nach oben oder vorne, was man auch bei Schlappohren am Ohrmuskel erkennen kann. Die Augen des Hundes blicken starr auf sein Gegenüber und die Lefzen sind hochgezogen. Auch die Einforderung eines bestimmten Verhaltens spielt eine wichtige Rolle: Wenn Ihr Hund von Ihrem Besucher vehement gestreichelt und gekrault werden möchte, dann hat das nichts damit zu tun, dass er den Gast spontan ins Herz geschlossen hat, sondern unterstreicht vielmehr den hohen Rang des Hundes in der Familie, dem der Gast zu huldigen hat. Das heißt im Klartext: Das Tier fordert vom Gast die Streicheleinheiten ein. Bitten Sie Ihre Gäste, den Hund völlig zu ignorieren und auf diese „Anmache“ nicht einzugehen. Geben Sie außerdem Ihrem Hund den klaren Befehl, sich auf seinen Platz zu legen und dort auch zu bleiben, bis der Besuch wieder geht. Loben Sie den Hund zwischendurch kurz für ruhiges Verhalten.
Lautäußerung: Wenn der Hund bereits knurrt, ist aus dem Imponierverhalten schon ein Droh- und Aggressionsverhalten geworden und das frühzeitig zu erkennen ist ganz besonders wichtig.
DROH- UND AGGRESSIONSVERHALTEN
Man unterscheidet hier zwischen Angriffs- und Abwehrdrohen, je nachdem, ob Ihr Hund sehr selbstbewusst
oder eventuell sogar dominant ist oder ob er unterwürfig die Situation eigentlich entschärfen möchte, aber dennoch deutlich machen will, dass er in der Lage ist, sich zu wehren. Jedes Drohverhalten richtet sich immer gegen einen bestimmten Gegner, Mensch oder Tier, und wird ab einem gewissen Grad der Eskalation anfänglich von Knurren begleitet.
Körperhaltung: Ein selbstbewusster Hund, der unmittelbar vor einer Auseinandersetzung steht, wird
versuchen, größer und stärker zu erscheinen. Dazu richtet er sich zu voller Größe auf, stellt die Rute auf
und sträubt Nacken- und Rückenhaare. Manche Hunde wedeln auch langsam mit erhobener Rute. Ein unterwürfiger Hund, der deutlich Droh- und Aggressionsverhalten machen möchte, dass er einerseits zwar zum Rückzug bereit ist, sich aber andererseits noch in Angriffsbereitschaft befindet, wird sich dagegen möglichst klein machen, die Rute zwischen die Hinterbeine klemmen und versuchen, wie ein Welpe zu wirken, während seine Mimik jedoch der des selbstbewussten Hundes gleicht. Hunde setzen aber auch ihre Vorderpfoten gezielt ein. Statt mit Schlägen strafen sie einander durch gezielte Fang- und Pfotenstöße gegen Hals und Schulter. Für Hundefreunde bedeutet das nichts anderes, als dass sie mit einer Unmutsbekundung rechnen müssen, wenn sie einem fremden Hund kräftig die Schulter und den Nackenbereich klopfen – denn warum sollte er sich diese Korrektur von Ihnen gefallen lassen? Die Unmutsbekundung kann ein ganz leichtes Zupacken sein oder auch ein haarscharfes Vorbeischnappen. Sie sollten wissen, dass der Hund dann nicht ganz zufällig Ihre Hand verpasst hat. Er hat Ihnen mit dieser Geste lediglich eine ganz deutliche Warnung gegeben. Springt Ihr Hund Sie mit steifen Beinen an und sticht die Pfoten in Ihren Bauch, kann das zwei verschiedene Bedeutungen haben: Es kann eine Aufforderung an Sie sein, endlich den geliebten Ball zu werfen – es kann sich dabei aber auch um eine deutliche Ermahnung handeln.
Mimik: Sind die Ohren angelegt, kann es zu Missverständnissen kommen, denn ein Hund tut das, um
unterwürfig einen guten Freund zu begrüßen, aber auch, wenn er sich aggressiv verteidigt. Deshalb gilt: Um jede seiner Stimmungen richtig deuten zu können, sollten Sie auf alle Körpersignale achten, und dazu zählen auch ganz entscheidend die Augen.
Wenn sich Ihr Hund unterwirft oder freut, verengen sich seine Augen zu kleinen Schlitzen oder sind halb geschlossen. Ist er stattdessen angriffslustig, sind sie weit geöffnet. In freier Wildbahn kann man beobachten, dass der Rudelführer in der Lage ist, die rangniederen Tiere alleine mit Blicken zurechtzuweisen. Dabei starren sich die Rivalen an, bis das unterlegene Tier seinen Kopf senkt und sich abwendet. Hört dann allerdings das Anstarren des ranghöheren Tieres nicht auf, kann das den unterlegenen Hund so verunsichern, dass er aus Angst zubeißt. Wird der Blickkontakt jedoch von beiden Seiten nicht unterbrochen, verleihen die Hunde ihrer Drohung durch Zähnefletschen, Knurren oder mit einem Angriff Nachdruck. Für Sie als Halter bedeutet das: Neigt Ihr Hund zu Nervosität, sollten Sie nicht versuchen, sich mit ihm durch anhaltenden Blickkontakt zu messen. Damit könnten Sie ihn provozieren. Ein ganz normaler, entspannter und liebevoller Blickkontakt dagegen tut Hunden gut und trägt zu einer innigen Beziehung zwischen Mensch und Tier bei. Auch die Lefzen des Hundes verraten einiges von der jeweiligen Stimmung. Das sekundenschnelle
und nur geringfügige Anheben der Lefzen über einen Eckzahn genügt oft schon, um dem anderen Hund klar zu machen, dass eine Rüge ansteht, die er besser einsteckt. Je auffälliger die Lefzen zucken, die Nase kraus gezogen wird und das alles womöglich noch begleitet wird von einem tiefen Knurren, desto ernster ist die Lage.
Lautäußerung: Fängt der Hund erst einmal an, tief und bedrohlich zu knurren, ist das ein Zeichen höchster Alarmbereitschaft. Beim Aggressionsverhalten muss Ihnen Folgendes unbedingt bewusst sein: Jede nicht verhinderte Beißerei ist nicht nur gefährlich für alle Beteiligten, sie zeigt immer auch ein Versagen des Halters an, der als schlechter Rudelführer die Situation nicht entschärfen kann und stattdessen den Hund dazu zwingt, sie auszufechten. Es ist keineswegs so, dass Hunde gerne aggressiv raufen, zumindest gilt das für die wenigsten. Die allermeisten Hunde beißen, um ihr Rudel, in diesem Fall Sie, oder aber sich selbst zu schützen.
passive Demut - Unterwerfung:
In diesem Ausdruck findet sich keinerlei Agressivität. Dem Passieren oder Drohfixieren ranhoher Tiere wird mit abrollen auf den Rücken begegnet. Es gibt natürlich keine unterwürfigen Hunde sondern Hunde die bestimmten Tieren gegenüber zeigen, dass sie keinerlei Ansprüche an deren Rang stellen. Den Abschluss einer Auseinandersetzung zwischen Rivalen kann der Demutsausdruck des unterlegenen Tieres bewirken.
Kennzeichnung: Der Blick zum dominanten Tier wird vermieden, der Kopf meist vom Gegner weggedreht. Die Ohren werden nach hinten unten bewegt, die Stirnhaut wird straff gespannt, wodurch das Hundegesicht sehr glatt oder welpenhaft wirkt. Die Lippen sind waagerecht zurückgezogen zu einem "Unterwürfigkeitsgrinsen". Oftmals wird zusätzlich die eigene Schnautze geleckt. Der Hund hebt oftmals eine Vorderpfote an und bewegt sich in Richtung Partner. Die Passive Unterwerfung wird abgeleitet vom passiven "auf dem Rücken Verharren" der Hundewelpen.
aktive Demut - Unterwerfung
Rangniedriege Tiere suchen scheinbar ohne äußeren Anlass den Schnauzenkontakt zu Übergeordneten. Dieses geschieht bei hoher Bewegungsaktivität und niedriger, geduckter Körperhaltung. Die Rudelmittglieder bedrängen die ranghohen Tiere geradezu. Die Miemik ist ähnlich der passiven Unterwerfung. Der Blick jedoch ist auf den Partner gerichtet. Unter Ausführung übertriebener Aktivitäten, wird die Schnautze gegen die Mundwinkel des dominanten Tieres gestupst und oder dessen Mundwinkel geleckt. Die Dominanten Tiere ignorieren diese "Atacken" mitunter.
Kennzeichnung:
Der Körper wird geduckt, die Gliedmaßen eingeknickt und der Schwanz wird bei niedrieger Haltung schnell in geringer Höhe hin und her bewegt. Aktive Demut geht heufig in ausgeglichenes Spielverhalten über